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Google Translate im Büro: Warum Ihr Team damit aufhören sollte

Jedes Büro nutzt Google Translate. Was dabei mit Ihren Daten passiert — und welche sicheren Alternativen es für den Unternehmenseinsatz gibt.

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Yash Khare·LinkedIn··5 min read
Google Translate im Büro: Warum Ihr Team damit aufhören sollte

ich fange mal mit einer ehrlichen Frage an: haben Sie heute schon etwas in Google Translate eingefügt?

wenn ja, sind Sie nicht allein. Google Translate ist das meistgenutzte Übersetzungstool der Welt. in jedem Büro. in jeder Branche. jeden Tag.

und in 99% der Fälle ist das völlig in Ordnung. eine Restaurant-Bewertung auf Italienisch? klar. ein Wikipedia-Artikel auf Schwedisch? warum nicht.

aber irgendwann hat jemand in Ihrem Team auch einen Vertrag eingefügt. eine Mitarbeiterbeurteilung. eine E-Mail vom Anwalt. einen Finanzbericht.

und dann wird aus einem praktischen Werkzeug ein Datenschutzproblem.

Warum jedes Büro Google Translate nutzt

die Antwort ist simpel: es ist schnell, kostenlos und funktioniert.

kein Login. kein Konto. kein Budget. Sie markieren einen Text, kopieren ihn, öffnen einen Tab, fügen ihn ein — fertig. 10 Sekunden. die Übersetzung ist gut genug, um den Inhalt zu verstehen.

das ist der Grund, warum Mitarbeiter Google Translate nutzen, obwohl es in keiner Unternehmensrichtlinie als genehmigtes Tool steht. es ist einfach der Weg des geringsten Widerstands.

und genau das macht es gefährlich. nicht weil Google Translate schlecht ist — sondern weil es so gut ist, dass niemand darüber nachdenkt, was im Hintergrund passiert.

Was Google mit Ihrem Text macht

hier wird es konkret. was passiert, wenn Sie einen Text in translate.google.com einfügen?

Training und Verbesserung

Googles eigene Datenschutzhinweise besagen, dass eingegebene Texte „zur Verbesserung von Produkten und Diensten" verwendet werden können. in der Praxis bedeutet das: Ihr Text kann als Trainingsdaten für das Übersetzungsmodell dienen.

wichtig: Google unterscheidet zwischen dem kostenlosen Consumer-Produkt (translate.google.com) und der Google Cloud Translation API für Unternehmen. die API hat deutlich bessere Datenschutzgarantien. aber Ihre Mitarbeiter nutzen nicht die API. sie nutzen die Webseite.

Speicherung

eingegebene Texte können gespeichert werden. die Speicherdauer ist nicht prominent kommuniziert. wenn Sie in Ihrem Google-Konto angemeldet sind, kann der Übersetzungsverlauf mit Ihrem Konto verknüpft werden.

Analytics und Logging

wie bei jedem Google-Dienst werden Nutzungsdaten erfasst. Zeitpunkt, Sprachpaar, Eingabelänge — und je nach Konfiguration auch der Inhalt.

Der Unterschied zur Enterprise-API

EigenschaftGoogle Translate (Web)Google Cloud Translation API
Training mit KundendatenMöglichNein
Speicherung von InhaltenJaNein (transiente Verarbeitung)
DSGVO-konformer AVVNeinJa
EU-DatenresidenzNicht garantiertKonfigurierbar
ZielgruppeConsumerEnterprise

das Problem: wenn Ihre IT-Abteilung sagt „wir nutzen Google", prüfen Sie, ob sie die API meinen oder die Webseite. in 90% der Fälle meinen sie die Webseite.

Die 3 größten Risiken für Unternehmen

1. DSGVO-Verstoß

wenn ein Mitarbeiter personenbezogene Daten in Google Translate eingibt (Namen, Adressen, Vertragsinhalte), handelt es sich um eine Datenübermittlung an einen Auftragsverarbeiter. ohne Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist diese Übermittlung nicht DSGVO-konform.

die Bußgelder können empfindlich sein: bis zu 4% des weltweiten Jahresumsatzes. und die Aufsichtsbehörden schauen zunehmend auf Schatten-IT als Quelle unautorisierten Datenverarbeitens.

2. Geschäftsgeheimnisse

Verträge, Strategiepapiere, M&A-Unterlagen, Produktpläne — wenn diese Texte in ein Tool eingegeben werden, das sie speichern oder trainieren kann, verlieren sie möglicherweise ihren Schutz als Geschäftsgeheimnis.

nach dem Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) sind angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen Voraussetzung für den Schutz. die Eingabe in ein unkontrolliertes Tool könnte als fehlende Geheimhaltungsmaßnahme gewertet werden.

3. Schatten-IT

die Nutzung nicht genehmigter Tools ist ein Sicherheitsrisiko, das in den meisten Unternehmen nicht erfasst wird. Schatten-IT im Bereich Übersetzung entzieht sich typischen DLP-Lösungen, weil die Daten über den Browser übertragen werden — ohne Dateiupload, ohne E-Mail-Anhang, ohne erkennbare Exfiltration.

Alternativen nach Anwendungsfall

die Lösung ist nicht „nie wieder übersetzen". die Lösung ist: das richtige Tool für den richtigen Anwendungsfall.

Für öffentliche und interne Texte (niedriges Risiko)

Google Translate ist in Ordnung für:

  • veröffentlichte Artikel und Pressemitteilungen
  • öffentlich zugängliche Informationen
  • persönliche Sprachhilfe (Restaurant, Reise, Smalltalk)

Für vertrauliche Geschäftsdokumente (mittleres Risiko)

verwenden Sie ein Tool mit:

  • vertraglich zugesichertem Training-Ausschluss
  • definierter Löschfrist
  • EU-Datenverarbeitung

DeepL Pro (API-Version) oder vergleichbare Unternehmenstools sind hier eine Option.

Für hochsensible Dokumente (hohes Risiko)

verwenden Sie ein Tool mit:

  • Zero-Retention-Architektur (automatische Löschung nach max. 30 Min.)
  • Zero-Access-Architektur (kein Mitarbeiterzugriff auf Inhalte)
  • EU-exklusive Verarbeitung
  • AVV und DSGVO-Konformität

noll wurde genau für diesen Anwendungsfall gebaut: keine Speicherung, kein Training, kein Konto.

So führen Sie eine sichere Alternative ein

Schritt 1: Richtlinie erstellen

erstellen Sie eine interne Übersetzungsrichtlinie, die festlegt:

  • welche Tools für welche Dokumenttypen zugelassen sind
  • welche Tools explizit verboten sind
  • was bei Unsicherheit zu tun ist (Eskalation an IT/Compliance)

Schritt 2: Genehmigtes Tool bereitstellen

blockieren Sie nicht einfach Google Translate, ohne eine Alternative zu bieten. Mitarbeiter brauchen eine Lösung, die genauso schnell und einfach ist — sonst finden sie einen Umweg.

die beste Alternative ist eine, die keinen zusätzlichen Aufwand erfordert: kein Konto, kein Login, Drag & Drop.

Schritt 3: Team informieren

erklären Sie warum, nicht nur was. „Google Translate ist ab sofort verboten" führt zu Frustration. „Google Translate speichert Ihre Eingaben und kann sie für Training verwenden — hier ist eine Alternative, die das nicht tut" führt zu Verständnis.

Schritt 4: Überwachen

konfigurieren Sie Ihre DLP- oder Proxy-Lösung, um Zugriffe auf translate.google.com und ähnliche Dienste zu erfassen. nicht um Mitarbeiter zu bestrafen — sondern um die Wirksamkeit der Richtlinie zu messen.

Zusammenfassung

  • Google Translate ist ein hervorragendes Tool — für öffentliche Texte. für vertrauliche Geschäftsdokumente ist es ein Datenschutzrisiko
  • die Webversion und die Enterprise-API haben völlig unterschiedliche Datenschutzgarantien
  • die 3 größten Risiken: DSGVO-Verstoß, Verlust von Geschäftsgeheimnissen, unkontrollierte Schatten-IT
  • die Lösung: Richtlinie + genehmigte Alternative + Aufklärung
  • blockieren Sie nicht ohne Alternative — bieten Sie ein Tool an, das genauso schnell und einfach ist

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